(Bild: Giotto di Bondone, „Marias Besuch bei ihrer Base Elisabeth“ Giotto di Bondone, Cappella degli Scrovegni, 1304 bis 1306)

Der diesjährige Adventskalender ist für alle Ehepaare gedacht, die sich in diesem besonderen Jahr ihrer Beziehung zueinander in dieser Vorbereitungszeit auf Weihnachten tiefer bewusst werden wollen. Da es im Advent 2020 kaum Veranstaltungen und daher auch weniger Ablenkungen gibt, dafür aber mehr familiäres Beisammensein, bietet diese Adventszeit eine einmalige Chance, Ehe und Familie neu und tiefer zu entdecken.

Täglich wollen wir ein paar Anregungen geben, jeweils einen Aspekt des Zusammenlebens genauer zu betrachten und zu überlegen, wo und wie wir die Liebe zum Ehepartner neu entfachen können, was dann der ganzen Familie zugute kommt.


Wenn wir an Berufung denken, dann eher in einem Kontext wie: Berufung zum Priester oder zum Ordensleben. Manchmal hören wir das auch im Berufsleben.

Die Ehe erscheint jedoch so etwas Normales und Alltägliches, dass sie sozusagen kaum einer Berufung bedarf. An dieser Stelle soll noch einmal ein Text des Hl. Josefmaría Escrivá diese Art der Berufung näher erklären:

„Die Eheleute sind dazu berufen, ihre Ehe und dadurch sich selbst zu heiligen; deshalb wäre es falsch, wenn sie ihr geistliches Leben abseits und am Rande ihres häuslichen Lebens führten. Das Familienleben, der eheliche Umgang, die Sorge um die Kinder und ihre Erziehung, das Bemühen um den Unterhalt der Familie und ihre finanzielle Besserstellung, die gesellschaftlichen Kontakte zu anderen Menschen, dies alles – so menschlich und alltäglich – ist gerade das, was die christlichen Eheleute zur Ebene des Übernatürlichen erheben sollen.“ (Christus begegnen – Die Ehe, eine christliche Berufung)

Wir sollen in all diesen Bereichen so leben, wie es Gott gefällt, um nicht nur uns zu heiligen, sondern auch unsere Umwelt (wieder) christlicher zu prägen. In der Neuevangelisierung, die auch bei uns notwendig zu sein scheint und von Papst Benedikt immer wieder angesprochen wird, spielt die christliche Familie eine entscheidende Rolle, so wie schon zu Beginn des Christentums.


Zu den Bildern:
Sie stammen von  Giotto di Bondone. Von 1304 bis 1306 malte er die Wände und das Gewölbe der Kapelle Cappella degli Scrovegni in Padua mit 38 Szenen aus dem Leben der heiligen Joachim (nach der Tradition der Vater Marias) und Anna (die Mutter Marias), ihrer Tochter Maria und dem Leben Jesu Christi aus. Die Darstellungen orientieren sich an der Marienlegende, die aus dem frühmittelalterlichen apokryphen Pseudo-Matthäusevangelium stammt.


Georg Friedrich Händel : Tochter Zion, freue dich