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Der Evangelist Lukas berichtet (16), dass einer der beiden Verurteilten, die mit Jesus gekreuzigt wurden, eine Bekehrung erfährt – buchstäblich in letzter Minute.

Er verteidigt Jesus gegen Spott und Vorwurf, bekennt seine eigene Schuld und bittet Jesus: „…denk an mich, wenn Du in Dein Reich kommst“. Eine demütige Bitte, aus der das Bewusstsein der eigenen Schuld und Unwürdigkeit spricht.

Die Antwort Jesu überwältigt auch heute noch jeden Leser: „Heute wirst Du mit mir im Paradies sein“. Dieser bekehrte Verbrecher gehört zu den Menschen, denen in der Begegnung mit Jesus während seines irdischen Wirkens eine besondere Würdigung zuteil wurde – etwas, das es so kein zweites Mal geben kann (17).

Und es steckt darin etwas Zeichenhaftes, eine besondere Lehre. Für den bekehrten Verbrecher auf dem Kreuzigungshügel nimmt Jesus die Erlösung und Befreiung vorweg, die der Menschheit durch sein Leiden und Sterben gegeben wurde. Für die Zeugen der Kreuzigung muss das überwältigend und ungemein tröstlich gewesen sein. Und bis heute zeigt uns diese Station des Kreuzweges: Es ist nie zu spät zur Umkehr; Verzweiflung ist keine Option!


16) Lk. 23, 40-43.

17) Auf jeweils eigene Weise zählen dazu z.B. Simon von Cyrene, die Frau, die Jesus salbte, die Samaritanerin am Brunnen, oder auch Joseph von Arimathäa (vgl. XII. und XIV. Station).


A = „Herr, unser Herrscher, dessen Ruhm
In allen Landen herrlich ist!“,
B = „Zeig uns durch deine Passion,
Dass du, der wahre Gottessohn,
Zu aller Zeit,
Auch in der größten Niedrigkeit,
Verherrlicht worden bist!“