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In der Stunde seines Todes tut Jesus etwas Erstaunliches. Er, der eigentlich ganz am Ende zu sein scheint, kümmert sich noch einmal um die Seinen. Die Worte, die er an seine Mutter Maria und den Jünger Johannes richtet (18) sind auch nach zwei Jahrtausenden noch sehr anrührend. Und sie geben uns einen unerwarteten Einblick in das Leben Marias. Offenbar stand sie ohne Jesus ganz allein, hatte keinen Ort mehr, an den sie zurückkehren konnte.

Sie hatte ihn und seine Jünger ja auch schon längere Zeit begleitet. Nun nimmt Johannes sie als „seine Mutter“ zu sich. Er tritt an die Stelle, die anfangs der Hl. Joseph als ihr Beschützer inne hatte, dann Jesus selbst. Man könnte fast ein wenig neidisch werden auf Johannes; muss man aber nicht, denn über alle Zeiten hinweg ist Maria ja auf besondere Weise auch uns als Mutter nah.

In ihr wird auch noch einmal sichtbar, wie wenig äußerliche Macht bedeutet, und welche Kraft im Glauben der scheinbar Schwachen und Schutzlosen stecken kann. Und ohne die Mütter gäbe es keine Familienbande, keine Weitergabe des Lebens und des Glaubens. Das ist eigentlich banal, aber wird ihre Rolle, die nun wirklich der wichtigste „Job“ der Welt ist, in unserer Gesellschaft auch wirklich noch gewürdigt?


18) Joh. 19, 26 f.: „Frau, siehe dein Sohn. Dann sagte er zu dem Jünger: Siehe, deine Mutter!“



Ich folge dir gleichfalls 
Mit freudigen Schritten 
Und lasse dich nicht, 
Mein Leben, mein Licht. 
Befördre den Lauf 
Und höre nicht auf, 
Selbst an mir zu ziehen, 
Zu schieben, zu bitten.