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(Foto: Constantin)

Filmische Qualität:   4 / 5
Regie:Matthieu Delaporte, Alexandre de La Patellière
Darsteller:Fabrice Luchini, Patrick Bruel, Zineb Triki, Pascale Arbillot, Marie Narbonne, Jean-Marie Winling, André Marcon, Thierry Godard
Land, Jahr:Frankreich 2019
Laufzeit:117 Minuten
Genre:
Publikum:ab 12 Jahren
Einschränkungen:Obszöne Dialoge
im Kino:7/2020

Ein Missverständnis steht häufig am Anfang einer Komödie. Die Verwechslungskomödie („Comedy of errors“ nannte sie Shakespeare) stellt in Theater und Film ein eigenes Genre dar. Ein entscheidendes Element der Verwechslungskomödie besteht darin, dass der Zuschauer stets mehr weiß, als die Akteure selbst. Dieser Umstand ist sogar größtenteils die Quelle des Vergnügens, das die dem Fehlschluss folgenden Verwicklungen bereiten.

Mit einer Verwechslung beginnt die französische Komödie „Das Beste kommt noch“ („Le meilleur reste à venir“) von Matthieu Delaporte und Alexandre de La Patellière: Obwohl Arthur Dreyfus (Fabrice Luchini) und César Montesiho (Patrick Bruel) unterschiedlicher kaum sein könnten – der Wissenschaftler Arthur ist geschieden und neurotisch, der extrovertierte César dagegen ein Lebemann und Frauenheld -, sind sie seit Ewigkeiten beste Freunde.

Durch ein Missverständnis glaubt jeder von ihnen, dass der jeweils andere unheilbar krank ist, und nur noch Monate zu leben hat. Arthur und César setzen ab diesem Augenblick alles daran, die noch verbliebende Zeit des Freundes bestmöglich zu nutzen und auf seine letzten Tage noch all die Verrücktheiten in die Tat umzusetzen, die sie sich bislang nicht leisten konnten.

Naturgemäß nimmt sich „Das Beste kommt noch“ als eine „Dramödie“ aus, in der das nuancierte und zwar leidenschaftliche, aber in keinem Augenblick aufgeregte Spiel der erfahrenen Hauptdarsteller Fabrice Luchini und Patrick Bruel von besonderer Bedeutung für den Erzählrhythmus ist. Für den richtigen Ton des Filmes spielt darüber hinaus eine besondere Rolle, dass es den Regisseuren bestens gelingt, die richtige Balance zwischen ernsten und humorvollen Augenblicken zu halten. Zu den letzteren gehören weitere Missverständnisse sowie etwa auch eine schnellgeschnittene Sequenz, zu den ersteren gehört insbesondere das schwierige Verhältnis Césars zu seinem alten Vater. Gerade die Versöhnung nach all den Jahren der Entfremdung gibt dem Film einen besonderen Tiefgang.