Montag, 27 Juni, 2022

Wahrheit und Freiheit – Gegensätzliche Ziele der Erziehung?

Albert Zimmermann

Nummer: 49

5,00 €


In dem Maße, wie in einer demokratischen Gesellschaft Toleranz zur Gleichgültigkeit verkommt, Freiheit als Beliebigkeit propagiert wird und Wahrheitssuche unter Fundamentalismus-Verdacht gerät, stellt sie ihre eigenen Grundlagen in Frage; denn diese Begriffe sind zentral mit dem Verständnis vom Menschen verbunden.

Missdeutungen in diesen grundlegenden Fragen führen auch in der Erziehung Jugendlicher zu einer verzerrten Sicht vom Wesen und Ziel des Menschen. Jede erzieherische Bemühung kann dem Menschen nur dann gerecht werden, wenn sie von einem Menschenbild ausgeht, das – wie das christliche – an der Wirklichkeit orientiert ist.

Welches Freiheitsverständnis wird am ehesten dem Wesen des Menschen gerecht? Kann Freiheit ohne Wahrheit, Solidarität, Opfer und Liebe verstanden werden, in deren Zusammenhang Johannes Paul II. am Brandenburger Tor die Freiheit stellte? Und wie steht es um die Möglichkeit, die Wahrheit zu erkennen und damit eine verbindliche und tragfähige Grundlage für die Erziehung junger Menschen zu schaffen?

Der vorliegende Beitrag von Professor Zimmermann setzt sich mit diesen Fragen auseinander. Er basiert auf einem Vortrag, gehalten vor Eltern und Lehrern im Mädchengymnasium Jülich.

Albert Zimmermann, Professor Dr., geb. 1928. Studium der Philosophie, Mathematik, Physik in Frankreich, Bonn und Köln. Ab 1952 Unterrichtstätigkeit im Höheren Schuldienst. 1955 Promotion im Fach Philosophie. 1957 bis 1960 Stipendiat der Deutschen Forschungsgemeinschaft. 1960 – 1964 Studienrat. 1961 Habiitation (Philosophie). 1964 – 1966 Wissenschaftlicher Rat und Professor an der Universität zu Köln. 1966 – 67 o. Professor an der Pädagogischen Hochschule Westfalen-Lippe, Abt. Siegerland. Ab Wintersemester 1967/68 o. Professor an der Universität zu Köln. Wintersemester 1977/78 bis Sommersemester 1979 Dekan der Philosophischen Fakultät. Seit 1995 emeritiert. Zahlreiche Veröffentlichungen, vorwiegend zu Themen der Philosophie des Mittelalters. Bis 1995 wissenschaftlicher Leiter des Instituts für Lehrerfortbildung der nordrhein-westfälischen Diözesen in Essen-Werden.