Montag, 27 Juni, 2022

Von der Last und der Lust ein Deutscher zu sein

Konrad Löw

Nummer: 45

5,00 €


Kein einzelner Mensch, kein Volk und keine Nation können ihre Gegenwart ohne Bezug zur Vergangenheit verstehen, noch ihre Zukunft losgelöst von der Tradition gestalten. Die Menschen haben ebenso wie die von ihnen gebildeten Gemeinschaften immer Geschichte. Wird dies negiert oder verdrängt, geht damit ein Verlust an eigener Identität einher mit den Konsequenzen, wie wir sie heute erleben. Geschichte muß angenommen und verarbeitet werden, damit die Zukunft gelingen kann.

Der unverkrampfte Umgang mit der eigenen Geschichte ist für Deutsche immer noch schwierig, für die Identität eines wiedervereinigten Deutschlands aber unumgänglich. Wie kann der einzelne, wie können gesellschaftliche Gruppen, wie kann die Erziehung in Familie und Schule dazu beitragen, der besonderen geschichtlichen Herausforderung der Deutschen gerecht zu werden und Ängste, Ausländerfeindlichkeit und Politikverdrossenheit abzubauen?

Diesen Fragen muß sich politische Bildung und staatsbürgerliche Erziehung heute mehr denn je stellen. Die vorliegende Schrift, die auf einem Vortrag im Mädchengymnasium Jülich beruht, gibt für diese notwendige Auseinandersetzung Denkanstöße, die bei der Erarbeitung einer gesunden Identifizierung mit einem größer gewordenen Deutschland Hilfe leisten können.

Konrad Löw, Prof. Dr. , wurde 1931 in München geboren; verheiratet, fünf Kinder; 1951 Studium der Rechte und philosophische, historische und volkswirtschaftliche Studien; 1957 Promotion zum Dr.iur.; seit 1957 Lehraufträge (zunächst für Zivil- und Staatsrecht, dann für politische Wissenschaften an der Volkshochschule München, an der Pädagogischen Hochschule München und an der Hochschule für Politik München); 1959/60 2. juristische Staatsprüfung; 1960 – 1964 im Dienste des Freistaates Bayern, Innere Verwaltung; 1965 – 1972 im Dienste der Bundesrepublik Deutschland, Bereich Bundeskanzleramt; 1972 -1975 o. Professor für Politikwissenschaft an der Universität Erlangen-Nürnberg; seit 1975 o. Prof. für Politikwissenschaft an der Universität Bayreuth; seit 1980 Leiter der Fachgruppe Politik der Gesellschaft für Deutschlandforschung; seit 1988 Vorstandsmitglied der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte. Zahlreiche Buch- und Zeitschriftenveröffentlichungen, vornehmlich zu den Themenkreisen Grundgesetz; Marxismus – Kommunismus; Christentum – Judentum.