Donnerstag, 9 Dezember, 2021

Ethische Verantwortung im Medienbereich der modernen Erlebnisgesellschaft

Lesezeit: ≈ 2 Minuten

Bruno Hamann

Nummer: 57

5,00 € (Doppelhelft)


Unter den heimlichen Miterziehern nehmen die Medien einen immer wichtigeren Platz ein. Wer sich heute mit Erziehung beschäftigt, darf die virtuell in jede Kinderstube hineinwirkende Fernseh-, Internet- und Computerwelt nicht außer acht lassen. Die Medien setzen Maßstäbe, vermitteln den jungen Menschen ihre Wertvorstellungen, legen ihnen ihre Lebensentwürfe und –bewältigungen vor und beeinflussen sie mit ihrer Scheinwelt nachweisbar stärker als es die „wirkliche Wirklichkeit“ vermag. Je weiter die technischen Möglichkeiten der neuen Medien reichen, umso intensiver wird ihr Zugriff auf alle Lebensbereiche, besonders der jungen Generation, die in einer von „events“ und Spass geprägten Gesellschaft aufwächst.

Es ist müßig, die virtuelle Welt zu beklagen, ist sie doch ein Stück unserer Lebenswirklichkeit. Daher macht es nur Sinn –und das ist auch das Anliegen des Autors Prof. Dr. Bruno Hamann mit seinem Beitrag in diesem Heft-, die ethische Verantwortung jener anzusprechen, die als Produzenten im Medienbereich tätig sind; aber nicht minder an die Medienkonsumenten zu appellieren, sich nicht vereinnahmen und manipulieren zu lassen, sondern ihre Freiheit zu wahren, sich dem Einfluss dessen zu entziehen, was den Menschen entwürdigt und seine niederen Instinkte anspricht. Eltern, Erzieher und Lehrer sind gemeinsam vor eine große Aufgabe gestellt: Die Jugendlichen durch ihr Beispiel, ihr eigenes Verhalten und ihre Wertorientierung anzuhalten, die neuen Informations- und Unterhaltungsmöglichkeiten in Einklang mit dem christlichen Menschenbild zu nutzen. Von der positiven Bewältigung dieser Aufgabe hängt ein Großteil des Erziehungserfolgs und die Zukunft der Jugend ab. 

Bruno Hamann, Prof. Dr., geb. 1927. Studium der Klassischen Philologie, Geschichte, Pädagogik, Psychologie und Philosophie an den Universitäten Würzburg und Freiburg i. Br.; 10 Jahre Schuldienst; 1964 Promotion in Pädagogik (Würzburg). Von 1964 bis 1979 an der Erziehungswissenschaftlichen Hochschule Rheinland-Pfalz, Abteilung Worms, ab 1978 an der Abteilung Koblenz. 1970 a. o. Professor und 1974 o. Professor für systematische und historische Pädagogik. Von 1979 bis 1993 Ordinarius für Pädagogik an der Universität München.

Arbeitsschwerpunkte: Grundlegung der Pädagogik, Norm- und Wertproblematik, Pädagogische Anthropologie, Jugendforschung, Familienpädagogik, Geschichte der Erziehung und Bildung.

Buchveröffentlichungen: Die Grundlagen der Pädagogik (1965), Religiöse Erziehung als Unterrrichtsprinzip (1970), Sexualerziehung in der Schule von heute (1977), Das Problem der Normativität in der modernen Erziehungswissenschaft (1979), Sozialisationstheorie auf dem Prüfstand (1981), Jugend im Blickfeld der Wissenschaft (1982), Pädagogische Anthropologie (1982, 1998), Geschichte des Schulwesens (1986, 19932), Familie heute (1988), Sozialisation (1989), Theorie pädagogischen Handelns (1994), Familie und Familienerziehung in Deutschland (2000).

Zahlreiche weitere Publikationen in deutschen sowie ausländischen Sammelwerken und Periodica; Rundfunkvorträge; Herausgeber der Reihe „Münchener Studien zur Erziehungswissenschaft“.

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