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(Foto: JETS Filmverleih )

Filmische Qualität:   3,5 / 5
Regie:Shelagh Mc Leod
Darsteller:Richard Dreyfuss, Lyriq Bent, Krista Bridges, Colm Feore, Richie Lawrence, Graham Greene
Land, Jahr:Kanada 2019
Laufzeit:97 Minuten
Genre:
Publikum:ab 6 Jahren
Einschränkungen:
im Kino:10/2020

Angus Stewart (Richard Dreyfuss) hat sein Leben lang davon geträumt, Astronaut zu werden. Mit 75 Jahren hat der pensionierte Straßenbauingenieur jedoch seinen Wunsch längst begraben. Plötzlich scheint er doch noch eine Chance zu bekommen, denn Milliardär Marcus Brown (Colm Feore) organisiert einen Wettbewerb um ein Freiflugticket für eine Reise ins Weltall.

Um am Wettbewerb teilnehmen zu können, muss Angus nicht nur sein Geburtsdatum manipulieren, sondern auch seinen schwachen Gesundheitszustand kaschieren. Darüber hinaus hat er den Widerstand seiner Tochter Molly (Krista Bridges) zu brechen, die natürlich gegen eine solche körperliche Strapaze völlig dagegen ist.

Gut, dass er für die Vorbereitungen auf die Hilfe seines Enkels Barney (Richie Lawrence) und seiner Mitbewohner im Altersheim, insbesondere des fast stummen Len (Graham Greene) zählen kann. Als Angus eine gefährliche Schwachstelle im Raum im Raumfahrtprojekt entdeckt, nimmt seine Mission eine neue Wendung.

Auf dem Papier liest sich zwar die Handlung ziemlich klischeehaft. Denn vorhersehbar ist sie allemal. Die Figuren könnten ebenso holzschnittartig werden, wären jedoch nicht die großartigen Schauspieler: Mit dem sprichwörtlichen Schalk im Nacken verkörpert Richard Dreyfuss als Angus Emotionalität mit einer Prise Humor … und erinnert an seinen großen Auftritt in Spielbergs „Unheimliche Begegnung der dritten Art“ (1977).

In einer kleinen, aber wichtigen Nebenrolle überzeugt Graham Green („Der mit dem Wolf tanzt“, „The Green Mile“, „Wind River“). Ähnlich zuletzt in Immer Ärger mit Grandpa lässt das Spielfilmdebüt der Regisseurin Shelagh Mc Leod den Zuschauer über das Altern nachdenken.

Auch hier geht es um das Großvater-Enkel-Verhältnis, das von der schwierigen Beziehung zwischen Schwiegervater und -sohn garniert wird. Natürlich nimmt sich der Film als ein modernes Märchen aus, aber die Nebenhandlung mit der Frage, ob sich der alte Ingenieur durchsetzen kann, damit der schwerwiegende Konstruktionsfehler behoben wird, gibt „Astronaut“ einen realistischen Anstrich.