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(Foto: Universal )

Filmische Qualität:   4 / 5
Regie:Autumn de Wilde
Darsteller:Anya Taylor-Joy, Bill Nighy, Johnny Flynn, Miranda Hart, Rupert Graves, Angus Imrie, Letty Thomas, Gemma Whelan, Aidan White
Land, Jahr:Großbritannien 2020
Laufzeit:125 Minuten
Genre:
Publikum:ohne Altersbeschränkung
Einschränkungen:
im Kino:11/2020

Jane Austen (1775-1817), die Pfarrerstochter aus der südenglischen Grafschaft Hampshire und siebtes von acht Kindern, gehört zu den Schriftstellern, deren Werke immer wieder gerne verfilmt werden. Gibt es von „Mansfield Park“ lediglich eine einzige Verfilmung (Patricia Rozema, 1999), so wurden von „Stolz und Vorurteil“, „Sinn und Sinnlichkeit“ und eben auch „Emma“ zahlreiche Adaptionen sowohl für die große Leinwand als auch fürs Fernsehen gedreht.

Nun hat sich des Stoffs Autumn de Wilde angenommen, die sich bislang der Fotografie gewidmet – was ihrem „Emma“ deutlich anzumerken ist – sowie Musik-, Werbe- und Kurzfilme gedreht hat.

Im frühen 19. Jahrhundert verkuppelt die junge und wohlhabende Emma Woodhouse (Anya Taylor-Joy) allzu gerne andere Menschen. Ihr Vater, der kauzige Mr. Woodhouse (Bill Nighy), gehört zu den angesehenen Bürgern der Dorfgemeinschaft Highbury. Er ist einfach froh, dass sich Emma um die Hochzeit der Anderen kümmert, sie selbst aber bei ihm bleibt. Emmas Bemühungen, etwa für ihren Schützling Harriet (Mia Goth) eine entsprechende Partie zu finden, wird vom Hausfreund Mr. Knightley (Johnny Flynn) kritisch beäugt. Emmas Entschluss, die Ehe für sich auszuschließen, wird allerdings von der Nachricht in Frage gestellt, dass der gutaussehende und -situierte Frank Churchill (Callum Turner) bald nach Highbury kommen soll.

Zur Inszenierung stellt die „Deutsche Film- und Medienbewertung FBW“ bei der Verleihung des Prädikats „besonders wertvoll“ fest: „Witz und Musikalität sind eindeutige Stärken der Regisseurin. Die Bewegungen und Dialogsätze sind rhythmisch präzise gesetzt, und wenn sich die Filmfiguren in den Räumen bewegen, sind diese Sequenzen choreografisch inszeniert. Da ist die Musik dann genau auf eine Geste oder einen Ausruf hin arrangiert. De Wilde, die sich mit Videokunst einen Namen gemacht hat, inszeniert ungewöhnlich musikalisch.“

Autumn de Wilde unterstreicht in „Emma“ den ironischen Blick auf eine steife Gesellschaft, die fern der Wirklichkeit lebt. So ist die Hauptfigur eine „Heldin, die niemand außer mir selbst mag“, so Jane Austen selbst. Aber auch die anderen Figuren – etwa Miss Bates (Miranda Hart) und ganz besonders Emmas Vater, den Bill Nighy mit feinem Selbstwitz als hypochondrischen Misanthropen darstellt – zeugen davon, dass Autumn de Wilde Jane Austens Sinn für eine satirisch-komische Betrachtung der gesellschaftlichen Konventionen und Bräuche ihrer Zeit kongenial in Szene gesetzt hat.

„Emma“. Regie: Autumn de Wilde, Großbritannien 2020, 125 Minuten.
Auf DVD, EAN 5053083208028, EUR 10,49.
Auf Amazon Prime Video Aufpreis EUR 11,99.