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(Foto: Buena Vista International)

Filmische Qualität:   5 / 5
Regie:Brad Bird
Darsteller:(dt. Stimmen) Markus Maria Profitlich, Katrin Fröhlich, Felicitas Woll, Marco Iannotta, Kai Pflaume, Barbara Schöneberger, Herbert Feuerstein, Manuel Straube
Land, Jahr:USA 2003
Laufzeit:115 Minuten
Genre:Animation
Publikum:ohne Altersbeschränkung
Einschränkungen:

Bei seinem Erscheinen im Jahr 2003 war dieser Film eine Sensation im Genre Computer-Animationsfilm: Nach Spielzeugen („Toy Story“, 1995 und „Toy Story 2“, 1999), Monstern („Die Monster AG“, 2001) und Fischen („Findet Nemo“, 2003) spielten zum ersten Mal Menschen die Hauptrolle, wenn auch der besonderen Art. Es sind „Superhelden“, die dank des großen Erfolges etwa der „Spiderman“-Filme im Kino hoch im Kurs stehen.

Der berühmteste Superheld in „Die Unglaublichen“, Mr. Incredible, wird gefeiert wie ein Superstar. Als er aber eines Tages einen Selbstmörder gegen dessen Willen rettet und dieser einen Prozess gegen Mr. Incredible in Gang setzt, werden die Superhelden von der Regierung ins bürgerliche Leben abgeschoben. Nun muss Mr. Incredible gegen den Berufsverkehr statt gegen Einbrecher und sonstige Bösewichter kämpfen, sowie in einer Versicherungsfirma Aktenberge bewältigen und sich um sein Reihenhaus und um seine Familie kümmern.

„Die Unglaublichen“ brachten durch ihren enormem Detailreichtum und die (fast) natürliche Gestik in den Gesichtern der Figuren die Animationstechnologie auf eine neue Stufe. Doch dies ist bei einem Pixar-Film lediglich immer Mittel, nie Zweck an sich. Weit größere Aufmerksamkeit wird dem Drehbuch und der ausgefeilten Dramaturgie für Kinder und Erwachsene zugleich geschenkt. Der große Unterschied zwischen Pixar und anderen Studios liegt freilich in dem, was Sie sich unter „“Animationsfilm für Erwachsene““ vorstellen. Bei Disney oder Dreamworks bedeutet dies vor allem Parodie, sei es auf klassische Märchen- („Shrek 1“) und Hollywood-Figuren („Shrek 2“) oder aber auf Mafiafilme („Große Haie – kleine Fische“). Dies drückt sich in tierischen Figuren mit den Gesichtszügen bekannter Schauspieler aus. Allerdings verpufft dieser Effekt in der Synchronisierung: Werden die Figuren nicht von den „deutschen Stimmen“ der US-Darsteller besetzt, so läuft das Konzept ins Leere.

Ganz anders die Pixar-Filme, wie „Die Unglaublichen“ unter Beweis stellt: Die Figuren besitzen einen universaleren Charakter. Deshalb lassen sie sich hervorragend „eindeutschen“, ob nun Markus Maria Profitlich „Mr. Incredible“ die Stimme leiht oder weitere Figuren von Kai Pflaume, Barbara Schöneberger und Herbert Feuerstein gesprochen werden.

Mit den fein ausgearbeiteten, mit menschlicher Tiefe ausgestatteten Figuren spricht „Die Unglaublichen“ wie schon „Findet Nemo“ allgemein gültige Fragen an. Handelte „Findet Nemo“ von einem Vater, der aus Liebe zu seinem Sohn seine eigenen Ängste überwindet, so ist „Die Unglaublichen“ wider den ersten Eindruck eigentlich kein Superhelden- sondern eher ein Familienfilm: Erst die gesamte Familie überwindet alle Gefahren im Kampf gegen den Oberschurken. Kommen ein durchgängiger, aber wohl dosierter Humor und eine wirkungsvoll eingesetzte Musik hinzu, dann ist das Ergebnis kaum zu übertreffen.

Obwohl der Film schon „etwas in die Jahre gekommen ist“, macht er noch immer einen Riesenspaß und man kann immer noch neue liebevolle Details entdecken.