(Foto: capelight pictures)

Filmische Qualität:   3,5 / 5
Regie:Son Jae-gon
Darsteller:Ahn Jae-hong, Kang So-ra, Park Young-kyu, Kim Sung-oh, Jeon Yeo-been
Land, Jahr:Südkorea 2020
Laufzeit:117 Minuten
Genre:
Publikum:ab 6 Jahren
Einschränkungen:
im Kino:6/2020

Der deutsche Verleihtitel der südkoreanischen Komödie, die am 4. Juni im Kino startet, könnte nicht besser zur Wiedereröffnung der Kinos nach der jetzigen Corona-Kriese passen: „Rettet den Zoo“ könnte in „Rettet das Kino“ umgewandelt werden.  

Der Film geht von einer skurrilen Grundidee aus: Der junge Anwaltsassistent Kang Tae-soo (Jae-hong Ahn) erhält endlich die Gelegenheit, in der Anwaltskanzlei aufzusteigen. Der Präsident persönlich betraut ihn damit, einen kurz vor der Schließung stehenden Zoo drei Monate lang noch am Leben zu erhalten, bis der neue Eigentümer ihn verkaufen kann.

Mit großem Elan fährt er zum Dongsan-Park. Der junge Mann muss jedoch feststellen, dass der Zoo so gut wie alle Tiere verkaufen musste. Neue Tiere zu erwerben, ist kurzfristig unmöglich. Aber: Wer soll einen Zoo ohne Tiere besuchen? So verfällt Kang Tae-soo auf die Idee, „lebensechte“ Tierkostüme anfertigen zu lassen, die dann das verbliebene Personal in der Hoffnung überstreifen, dass die Zoobesucher es nicht merken. Seine schlichte Begründung: „Niemand erwartet, dass in einem Zoo Fake-Tiere sind“.

Über die Situationskomik hinaus bezieht „Rettet den Zoo“ seine Spannung aus der Frage, wann die Besucher den Schwindel merken. Regisseur Son Jae-gon verknüpft mit der absurden Komödie auch einige ernste Nebenstränge. So arbeitet der ehemalige Zoodirektor (Park Young-kyu) aus seinen Schuldgefühlen heraus bis zur Erschöpfung („Ich habe den Zoo ruiniert. Ich muss alles tun, selbst wenn ich dabei sterbe“). Mit großer Hingabe macht sich ebenfalls die Tierärztin Han So Won (So-ra Kang) an die „Arbeit“, weil sie seit ihrer Kindheit ein ganz besonderes Verhältnis zum Zoo und insbesondere zum Eisbär Black Nose hat. Der Eisbär ist das letzte echte Tier des Zoos, aber wegen seiner Aggressivität muss er im Käfig bleiben.

Die zwischenmenschlichen Beziehungen sowie die charakterliche Entwicklung Kang Tae-soos verleihen der lustigen Komödie entsprechenden Tiefgang.